Gespenstergeschichten

Seit 1992 darf ich mich mit Fug und Recht "professioneller Comiczeichner" nennen. Und daran haben zwei Menschen, die ich sehr schätze, einen ganz gewaltigen Anteil: Zum einen mein alter Kumpel Winfried Volkmann, Urgestein der deutschen Sci-Fi- und Comicszene, der unglaublich viel weiß und unglaublich viele Menschen kennt. Als ambitionierter Organisator klemmte er mich eines Tages förmlich unter den Arm, um mit mir zusammen bei Comicredakteuren vorzusprechen. In Ewald Fehlau, seines Zeichens seit vielen Jahren Redakteur von "Gespenstergeschichten" fanden wir schließlich jemandem, der bereit war, unbekannten Zeichnern eine Chance zu geben. Ich zeichnete nach Skripten, die bei anderen Zeichnern nicht so gut angekommen waren und mußte mir natürlich von Ewald jede Menge Kritik gefallen lassen (die allerdings, wie ich zähneknirschend zugeben mußte, immer volll ins Schwarze traf). Nach dem 1992er Comicsalon in Erlangen schließlich erschien meine erste Geschichte. Mann, war ich stolz! Nach der dritten Story durfte ich sogar nach eigenen Skripten arbeiten. Winfried griff mir dramaturgisch unter die Arme, und so konnten wir als Team sogar zwei interne Mini-Serien starten: "Biien der Schatten" und "Bess". Bevor "Gespenstergeschichten" sich auf Nachdrucke verlegte, konnte ich auf diese Art dort um die zwanzig Geschichten unterbringen. Es gab sogar positive Leserbriefe, was sonst bei "Gespenstergeschichten" eher selten vorkommt. Es ist toll, wenn so etwas funktioniert.

Alle Texte stammten damals von Hajo F. Breuer, der sich bei mir immer viel Mühe gegeben hat.