Biien

Ursprünglich schlug Ewald Fehlau, der Redakteur von "Gespenstergeschichten" vor, Winfried Volkmann und Ich sollen doch mal eine Art Fortsetzungsgeschichte machen. Es sollte eine typische "Quest"-Handlung in einer Fantasy-Welt sein, im Laufe derer nach einem magischen Relikt gesucht wird. Dabei sollt selbstredend jede Menge gruseliges Gelichter den Weg des Helden kreuzen. Das war eine klasse Idee, aber Winnie und mir wurde sehr bald klar, daß wir keine Lust hatten, eine Welt in der Tradition von Robert E. Howard oder J.R.R. Tolkien zu entwickeln. Uns schwebte mehr etwas Merkwürdiges, leicht Abgedrehtes vor, vielleicht sogar mit ein paar ironischen Seitenhieben. Unser Held sollte ein Dieb sein, ein Hansdampf in allen Gassen wie "Cugel der Schlaue" von Jack Vance oder "Fafhrd und der Graue Mausling" von Fritz Leiber (über die Bastei übrigens eine hervorragende Comicadaption aus der Feder meiner All-Time-Favourites Mike Mignola und Howard Chaykin herausgegeben hat). Biien sollte weniger ein Rambo-Typ sein als ein sympathischer Gauner. Ein absoluter Held meiner Jugend war Terence Hill. Der Bursche konnte den eiskalten Revolverhelden oder verwegenen Piratenkapitän genauso überzeugend geben wie den lässigen Pausenclown. So einer sollte Biien auch werden. Beinahe hätte er auch so ausgesehen, aber ich entschied mich dann doch, ihn in Kopf- und Gesichtsform einem anderen Schauspieler ähneln zu lassen, den ich sehr schätze, nämlich Michael Biehn. Wo er doch sowieso so ähnlich heißt...

Über die Welt von Biien läßt sich so einiges schreiben, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Ich fasse es mal kurz mit Mad Max meets Cyperpunk, Gothic, Mantel- und Degenfilme und Spaghetti-Western mit ein wenig Magie. Wer jetzt neugierig geworden ist, sei gesagt, daß es Hefte mit den Abenteuern von Biien zu kaufen gibt...